Pfarrkirche Schlehdorf,St.Tertulin, Anobienbekämpfung

Bauherr:
Freistaat Bayern
Nutzer:
Diözese München-Freising
Renovierungskosten:
rund 280.000 €
Renovierungszeit BA1:
Juni - August 2008

Die Schlehdorfer Pfarrkirche (ehemals Klosterkirche) St. Tertulin wurde im Zeitraum von Anfang Juni bis Ende August 2008 im Auftrag des Staatlichen Bauamtes Weilheim einer umfangreichen Holzschutz-Maßnahme unterzogen. Der im vohergehenden Jahr festgestellte aktive Befall der hölzernen Ausstattungsgegenstände wie z. B. der Skulpturen, Ornamente und Altararchitekturen durch Schadinsekten sollte mit möglichst umweltschonenden Mitteln bekämpft werden. Hierfür wendete die vom Bauamt beauftragte Firma Binker ein Begasungsverfahren mit Stickstoff an. Bei diesem aufwendigen Verfahren wird mit Hilfe von Generatoren der in der Atemluft enthaltene Sauerstoffanteil (von etwa 20%) entzogen, was zu der erforderlichen Stickstoff-Konzentration (von 99%) in den Begasungs-Einhausungen führt. Fraßinsekten im Holz (Anobien) werden so in einem Zeitraum von 6-8 Wochen durch den Sauerstoff-Entzug abgetötet.
Der Begasungserfolg, die sogenannte Èntwesung`wurde mit befallenen Holzprüfkörpern dokumentiert, die zu Ende der Maßnahme aus den Begasungszelten entnommen und in der Materialprüfanstalt Eberswalde untersucht wurden. Danach mussten die Einhausungen lediglich abgelüftet werden und es blieben keine giftigen Rückstände auf den behandelten Kunstobjekten zurück. Um Klimaschäden an den zum Teil sehr empfindlichen Kunstgegenständen vorzubeugen, musste das Raumklima (Temperatur und relative Luftfeuchte) in der Kirche und den Begasungseinhausungen laufend kontrolliert und konditioniert werden. Die Gesamtmaßnahme wurde in Zusammenarbeit des Bauamts mit der restauratorischen Fachbauleitung von Herrn Dipl.Rest.R.Sgoff, den Begasungs- und Klimatisierungsfirmen Binker und Strobl und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege durchgeführt.